Das Geldspielgesetz BGS und seine Folgen für Sportwetter in der Schweiz

Updated Juli 2026
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Aufgeschlagenes Bundesgesetz mit Hervorhebung der Geldspiel-Paragrafen

Eine Volksabstimmung mit Spätfolgen

Am 10. Juni 2018 stimmte die Schweizer Bevölkerung über das Geldspielgesetz ab. 72.9 Prozent sagten Ja. Es war einer dieser Sonntage, an denen die Medien tagsüber von einer «technischen» Vorlage sprachen — und die Branche wusste, dass sie in Wahrheit über die kommenden zehn Jahre des Schweizer Wettmarkts abstimmen liess. Seitdem sind sechs Jahre vergangen, und die Wirkung ist deutlicher denn je.

Das Geldspielgesetz BGS, im Bundesgesetzes-Register als RS 935.51 geführt, wurde von der Schweizer Bevölkerung am 10. Juni 2018 angenommen und trat zusammen mit seinen Durchführungsverordnungen am 1. Januar 2019 in Kraft. Wer heute den Schweizer Wettmarkt verstehen will, kommt um diese beiden Daten nicht herum — sie sind der Nullpunkt aller weiteren Diskussionen.

Was vor 2019 galt — und warum es nicht reichte

Wer 2017 in der Schweiz online auf Fussball oder Golf wettete, hatte eine bemerkenswerte rechtliche Mehrdeutigkeit auf seiner Seite. Internationale Buchmacher boten ihre Dienste de facto an, die rechtliche Lage war ungeklärt — und die Politik schaute weitgehend zu. Das ist nicht meine Wertung, das war die Beobachtung praktisch aller Branchenkommentatoren der Vor-BGS-Ära.

Bis Ende 2018 regelte ein Flickenteppich aus dem Lotteriegesetz von 1923 (revidiert 1937) und dem Spielbankengesetz von 1998 den Markt. Online-Sportwetten fielen in eine regulatorische Grauzone — Sporttip und ähnliche kantonale Wett-Angebote existierten, doch der Online-Markt als ganzer hatte keine kohärente Bewilligungspraxis. Internationale Anbieter operierten weitgehend ungehindert, kantonale Aufsichten reichten nicht über Landesgrenzen, und es gab keinen Mechanismus, der Domain-Sperren ermöglicht hätte. Das BGS sollte diese Lücken schliessen und brachte deshalb gleich mehrere Bausteine in einem einzigen Gesetzeswerk zusammen.

Vier Spielarten, ein Rahmen

Das BGS war als grosser Wurf konzipiert — ein einheitlicher Rahmen für alle Spielarten unter einer kohärenten Aufsichtsstruktur. Das ist nicht selbstverständlich; viele europäische Jurisdiktionen behandeln Casinos, Lotterien und Sportwetten in separaten Regelwerken mit separaten Behörden.

Das BGS regelt vier Spielarten gemeinsam: landbasierte Casinos, Online-Casinos, Lotterien und Sportwetten. Für jede gelten eigene Bewilligungsregimes, aber alle unter demselben Dach. Landbasierte Casinos benötigen eine ESBK-Konzession; in der Schweiz existieren 21 landbasierte Casinos, davon 8 mit A-Konzession und 13 mit B-Konzession mit einem Einsatzlimit von CHF 25 bei Spielautomaten. Online-Casinos benötigen ebenfalls eine ESBK-Konzession, die als Erweiterung einer landbasierten Bewilligung erteilt wird. Lotterien und Sportwetten fallen unter die Aufsicht der interkantonalen Behörde Gespa und werden über kantonale Konkordatsstrukturen vergeben.

Dieses Design ist nicht zufällig. Es spiegelt die föderale Struktur der Schweiz: Casinos sind klassisch Bundesangelegenheit, Lotterien und Sportwetten sind kantonal — und das BGS bündelt sie unter einem gemeinsamen rechtlichen Verfahren, ohne die Zuständigkeitsverteilung umzuwerfen.

Die ESBK — der Casino-Wachhund mit Wett-Schnittstelle

Die Eidgenössische Spielbankenkommission ist die ältere der beiden zuständigen Behörden — sie existierte bereits unter dem alten Spielbankengesetz. Mit dem BGS bekam sie zusätzliche Befugnisse, namentlich für Online-Casino-Konzessionen und für Massnahmen gegen unbewilligte Anbieter im Casino-Bereich.

Für reine Sportwetten ist die ESBK nicht primär zuständig — diesen Bereich übernimmt die Gespa. Doch die ESBK liefert Daten, Verfahren und Durchsetzungsstrukturen, die auch den Sportwetten-Bereich prägen. Die Zahl der Hausdurchsuchungen wegen illegaler Geldspielaktivitäten in der Schweiz stieg 2024-2025 um 46 Prozent, die der Strafverfahren um 28 Prozent. Diese Zahlen umfassen das gesamte Spektrum nicht-bewilligter Aktivitäten — von illegalen Pokerrunden über schwarze Slot-Geräte in Hinterzimmern bis zu Online-Plattformen mit Schweizer Bezug.

Was die ESBK in den letzten Jahren spürbar gemacht hat: Sie ist von einer eher passiv-reaktiven Behörde zu einer aktiv ermittelnden Stelle geworden. Wer 2019 noch glaubte, das BGS sei «Papier ohne Zähne», hat in der Zwischenzeit die Lehre gezogen.

Die Gespa und ihr interkantonales Mandat

Die Gespa ist die jüngere Behörde — sie wurde mit dem BGS als interkantonale Aufsicht über das interkantonale Geldspiel geschaffen. Sie ersetzt mehrere Vorgängerbehörden und bündelt die Aufsicht über Lotterien und Sportwetten in einer einzigen Stelle.

Für Sportwetter ist die Gespa die direkt zuständige Behörde. Sie erteilt die Bewilligungen für Swisslos und Loterie Romande, sie führt die Sperrliste der nicht-bewilligten Anbieter, sie verfolgt Verstösse im Wett-Bereich und sie überwacht die Spielerschutzpflichten der lizenzierten Veranstalter. Die Praxis ist über die letzten sechs Jahre stetig professioneller geworden — die Sperrliste umfasst heute weit über 2 000 Domains, und die Bewilligungsverfahren sind nach klar definierten Kriterien strukturiert.

Wer als Wett-Spieler etwas konkret in die Hand nehmen will: Die Gespa-Website veröffentlicht die Sperrliste und die Bewilligungs-Register. Eine kurze Recherche dort vor der Kontoeröffnung bei einem unbekannten Anbieter spart ein Vielfaches an späterem Ärger.

Was passiert, wenn jemand das Gesetz bricht

Die spannendere Frage als «was steht im Gesetz» ist oft «wie wird es durchgesetzt». Die ehrliche Antwort: deutlich konsequenter als noch vor drei Jahren — und die Tendenz zeigt klar nach oben. Wer eine genauere Aufschlüsselung der Domain-Sperren und ihrer Mechanik sucht, findet meine Analyse zu der Gespa-Sperrliste 2025 mit ihren 2 597 blockierten Domains.

Das BGS sieht für unbewilligtes Veranstalten von Geldspielen empfindliche Sanktionen vor — Bussen bis in den hohen sechsstelligen Bereich, Freiheitsstrafen bei gewerbsmässigem Handeln, sowie die zivilrechtliche Folge, dass Verträge mit unbewilligten Anbietern in der Schweiz nicht durchsetzbar sind. Die Durchsetzung richtet sich primär gegen Veranstalter, Vermittler und Affiliate-Strukturen mit Schweizer Bezug. Der Schweizer Casino Verband bringt das Problem in einem Statement an SRF auf den Punkt: «Tatsächlich sind die illegalen Anbieter von Online-Casinos und Online-Sportwetten ein grosses Problem. Diese bieten keinen Spielerschutz und bezahlen keine Abgaben und Steuern in der Schweiz.» Für den Spieler selbst sind die direkten strafrechtlichen Folgen geringer — die indirekten Risiken jedoch erheblich: keine Auszahlungsdurchsetzung, keine steuerliche Befreiung, kein Schiedsweg.

Sechs Jahre BGS — eine Zwischenbilanz für Wett-Spieler

Wer heute in der Schweiz auf Golf wettet, bewegt sich in einem strukturierten Markt mit zwei lizenzierten Online-Anbietern, einer aktiv geführten Sperrliste, klaren Steuerregeln und einer professionalisierten Aufsicht. Das war 2018 nicht selbstverständlich — und es ist heute keine triviale Errungenschaft. Das BGS ist nicht perfekt; die nicht-bewilligten Anbieter sind nicht verschwunden, der Spielerschutz hat Lücken, und die Bonus-Politik bewilligter Anbieter ist mager im internationalen Vergleich. Aber der Rahmen funktioniert — und das ist mehr, als man vor sechs Jahren vorhersehen konnte. Wer die einzelnen Bausteine verstehen will, sollte mit dem BGS beginnen. Alles andere ist Konsequenz.

Wer setzt das Geldspielgesetz bei Online-Wettanbietern konkret durch?

Für Sportwetten ist die interkantonale Aufsichtsbehörde Gespa zuständig. Sie führt die Sperrliste der nicht-bewilligten Anbieter, erteilt Bewilligungen für Sporttip und Jouez Sport und verfolgt Verstösse im Sportwett-Bereich. Für Casino-Themen ist die ESBK zuständig — bei Online-Plattformen, die Casino und Sportwetten kombinieren, kann es zu paralleler Zuständigkeit kommen.

Welche Strafen sieht das BGS für die unbewilligte Veranstaltung von Wetten vor?

Das Gesetz sieht Bussen bis in den hohen sechsstelligen Bereich sowie Freiheitsstrafen bei gewerbsmässigem Handeln vor. Zivilrechtlich gilt, dass Verträge mit nicht-bewilligten Anbietern in der Schweiz nicht durchsetzbar sind. Die Durchsetzung richtet sich primär gegen Veranstalter und Vermittler, nicht primär gegen einzelne Spieler — auch wenn Letztere bei wiederholter und auffälliger Nutzung nicht völlig ausgeschlossen sind.

Verfasst vom Team von „Golf Wetten Bonus Schweiz”.

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